Geschichte des Cilento
Der Cilento hat sehr weit zurückreichende Wurzeln. In Camerota wurde Überreste des homo camerotensis entdeckt, in Palinuro, San Giovanni und in San Marco di Castellabate kamen Fundstücke aus der Altsteinzeit ans Tageslicht.
Zwischen dem 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. entwickelten sich in Süditalien mit großer Dynamik griechische Kolonialstädte an den Küsten, weswegen die Gegend auch Magna Graecia (Groß-Griechenland) heißt. Die zwei bedeutendsten Städte waren Poseidonia und Elea, die von den Römern dann in Paestum und Velia umbenannt wurden.
An der Grabungsstätte in Paestum sind die
großartigen Tempel des Neptun, der Ceres und der Iuno zu
bestaunen. Velia wurde von den Phokern (einem griechischen Stamm aus
der Gegend um Delphi) gegründet, in dieser Stadt entstand die
bedeutendste philosophische Schule der antiken Welt, gegründet von
Xenophanes aus Kolophonium. Bedeutende Philosophie der Schule der
Eleaten waren Parmenides und Xenon. Vom 4. Jahrhundert bis 275 v. Chr.
wurde dann der Cilento von den Lukaniern beherrscht. Nach der Schlacht
von Maleventum 276 v. Chr. schickten die Römer eigene Kolonisten
nach Poseidonia, welche die Stadt ab da auf Lateinisch Paestum nannten.
Um 750 (n. Chr.) errichteten die Langobarden das Königreich Salerno. Nach dem Tod von Guaimaro
IV. eroberten die Normannen das Königreich von Salerno und gaben den Cilento den Sanserverino als Lehen.
Zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert versank der Cilento in eine Zeit der Repression und des Brigantentums (Die Briganten waren politisch motivierte Räuber). 1857 landete Carlo Pisacane hier mit über dreihundert Gefährten, um die Bauern zur Erhebung gegen die Bourbonen anzustacheln. Er bemächtigte sich mit wenigen Männern eines Linien-Dampfschiffes, mit dem er in Ponza anlegte, um über dreihundert Gefangene zu befreien, mit denen er dann in Sapri an der Küste von Süd-Kampanien an Land ging. Den von Pisacane angeführten Rebellen gelang es aber nicht, die Bauern zum Aufstand zu bewegen, so daß es für die bourbonischen Truppen ein Leichtes war, sie vernichtend zu schlagen. Der verwundete Pisacane tötete sich selbst, um nicht in die Hände des Feindes zu fallen. Den wenigen Überlebenden wurde der Prozeß gemacht und Giovanni Nicotera zum Tode verurteilt. Glücklicherweise aber konnte das Urteil wegen der sich überstürzenden Ereignisse nicht vollstreckt werden.
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